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Ronny Merten, Leiter der DRK Bergwacht Bad Liebenstein

Unsere Laudatio für Ronny Merten:

Ob Ronny Merten, der seit zwei Jahren die DRK Bergwacht von Bad Liebenstein leitet, gestern Abend vor dem Fernseher saß, weiß ich nicht. Möglich wäre es schon, denn im ZDF waren zur besten Sendezeit wieder "Die Bergretter" im Einsatz. Staffel 10, Folge 3. Wie stets sahen ihnen Millionen beim Retten zu. Die Stars der Heimatserie haben eine eigene Fanseite im Netz, und ein Lied über die "Engel der Berge" gibt es auch.

Begonnen hat diese TV-Erfolgsgeschichte übrigens 2009, damals noch unter dem Namen Bergwacht. "Das Versprechen" hieß die allererste Folge.

Warum ich das hier so ausführlich erzähle? Weil Ronny Merten, unser heutiger Preisträger, in jenem Jahr 2009 Mitglied der Bergwacht Bad Liebenstein wurde und dort seither mit Hingabe und großer Leidenschaft wirkt. 20 Quadratkilometer südlich des Rennsteiges umfasst das Dienstgebiet  Naturschutzflächen, Kletterfelsen und Fluggebiet für Paragleiter inklusive.

Natürlich ist Ronny Merten weder ein Star noch ein Engel, und eine Gage wie die Schauspieler der Bergrettung Ramsau am Dachstein bekommt er schon gar nicht. Im richtigen Leben ist die Bergwacht  nämlich ein Ehrenamt und der Lohn der Mühen die hohe Wertschätzung. 12 000 Frauen und Männer in Deutschland sind Tag für Tag und auch nachts da, um Menschen in Not zu helfen.

Thüringen hat 27 Bergwachten mit 45 Rettungsstationen und Stützpunkten im Thüringer Wald, im Südharz und in der Rhön. Mehr als 800 Bergwächter leisten hier aufopferungsvoll ihren Dienst.

Über Ronny Merten sagen seine Kameradinnen und Kameraden, dass er die treibende Kraft sei sowie Herz und Seele des Vereins, dem er fast seine gesamte Freizeit widme. 

Dabei liegt ihm als Chef die gute Ausbildung seiner Mitstreiter besonders am Herzen, damit sie in jeder Lage professionell helfen können und  dabei stets die eigene Sicherheit im Blick behalten.

Ein großes Herz hat er auch für den Bergwacht-Nachwuchs. Ronny Merten ist es zu verdanken, dass die Kinder- und Jugendgruppe deutlich an Größe gewonnen hat. Die Versuche an der Kletterwand, das Üben der Bergung von Verletzten oder die Pflege der Ausrüstung - es ist immer etwas los! 

Doch nicht nur Aspekte der Bergwacht werden den Mädchen und Jungen spielerisch vermittelt, sondern auch Kenntnisse über die heimische Tier- und Pflanzenwelt sowie deren Schutz. Dass alljährlich Nistkästen für Vögel gebaut und aufgehängt werden, ist daher selbstverständlich.

Aber Ronny Merten bildet nicht nur andere aus, sondern sich selbst unentwegt weiter. In Bayern trainierte er bei der Bergwacht die Rettung verunglückter Gleitschirmflieger und die Evakuierung von Seilbahnen. 

Die Beispiele zeigen: Die Kernaufgabe, Menschen aus unwegsamen und felsigen Gelände zu retten und zu versorgen, ist für die Bergwacht geblieben. Die entsprechende Statistik besagt, dass in den deutschen Hoch- und Mittelgebirgen jährlich 13 000 Menschen Hilfe brauchen. Doch die Bergwacht hat im Laufe der Zeit auch zusätzliche Aufgaben übernommen. Die Bad Liebensteiner sichern zum Beispiel im Sommer Bergrennen sowie Veranstaltungen und Feste ab.

Abschließend noch einmal zurück zu den Fernseh-Bergrettern. Der Darsteller des Teamchefs sagt:  "Die Anspannung, die man selber hat, merkt man eigentlich erst, wenn man wieder zu Hause und alles gut gegangen ist." Diesem Satz wird unser echter Bergwachtleiter gewiss zustimmen.

Wir gratulieren herzlich Ronny Merten!

 

Laudatorin: Barbara Rinke / Vorstand Thüringer Ehrenamtsstiftung